Vietnamesinnen kochen für Kinder in Not
Pater Trieu Nguyen mit dem Küchenteam.

Vietnamesinnen kochen für Kinder in Not

Alle Jahre wieder verabschieden die Jesuitenmissionen Deutschland, Österreich und Schweiz zwei Dutzend – meist junge – Menschen in die weite Welt. Als Freiwillige verbringen die Jesuit Volunteers (JVs) ein Jahr dort, wo Hilfe Not tut: In Partnerprojekten in Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika arbeiten sie mit Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen, Alten und Kranken, Obdachlosen oder Flüchtlingen.

Die Aussendungsfeier in Nürnberg ist für die Jesuit Volunteers und ihre Familien daher ein besonderes, emotionales Ereignis. Das funktioniert nicht ohne vernünftiges Essen: Und in diesem Jahr war das Buffet nicht nur besonders gesund und nahrhaft, sondern auch exotisch – und sein Erlös floss direkt in „Mercy in Motion“. Dank des deutsch-vietnamesischen Jesuitenpaters Trieu Nguyen, Teil des Nürnberger JV-Teams, wurden statt fränkischer Bratwürste und Schnittchen diesmal Sommer- und Frühlingsrollen, Curry-Gerichte, Bratnudeln und Hähnchenbrustfilets kredenzt. Denn Trieu, bestens vernetzt in der vietnamesischen Community der Metropolregion Nürnberg, konnte für die Aussendungsfeier der Jesuit Volunteers ein aussergewöhnliches Küchenteam rekrutieren: Sieben Frauen, darunter die Betreiberin eines Vietnam-Restaurants in Herzogenaurach, versorgten die Freiwiligen, ihre Familienangehörigen, Freunde und die Mitarbeiter des JV-Teams mit Leckereien aus ihrer Heimat, ohne dafür einen Cent zu verlangen. Die Kosten – etwa 15 Euro pro Person – fliessen direkt in „Mercy in Motion“-Projekte. Insgesamt kamen so 1500 Euro für Bildungsprojekte in Krisengebieten weltweit zusammen.

Stellvertretend fürs Küchenteam erklärt Cam-Hong Mai, die hauptberuflich fürs Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg tätig ist und sich ehrenamtlich für Migrantinnen in Bayern einsetzt: „Für mich war es nicht nur ein Buffet, sondern ein Zusammensein, ein Teilen mit Menschen, die sich aktiv für andere einsetzen.“ Nicht zuletzt aufgrund der eigenen Biografie ist für Frau Mai dieses Geben ein Herzensanliegen: „Wir haben als Flüchtlingen viel von Deutschland bekommen, und ich denke, es ist Zeit, dass wir jetzt in der Lage sind, etwas zurückzugeben.“

 

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